Von Stift und Papier zum kassier-
fähigen Smartphone

Von handgeschriebenen Rechnungen über pedalbetriebene Kassenbänder bis hin zum Bezahlen mit dem Smartphone. Seit Jahrzehnten sind Kassen im Einsatz und heute nicht mehr wegzudenken. Ob im Restaurant, beim Einkauf oder an der Tankstelle – überall werden Kassen eingesetzt. Der Point of Sale entwickelt sich weiter, um Abläufe für Verkäufer und Verbraucher angenehmer und effizienter zu gestalten. Die rasanten Entwicklungen der letzten Jahre lassen einen stutzig werden. In welche Richtung fährt der Zug und wann springe ich als Unternehmen am besten auf?

Ein Blick in die Zukunft

Niemand kann genau vorhersagen, wie sich die Landschaft der Kassensysteme in Zukunft verändern wird. Jedoch können wir die Überlegung anstellen “Was wäre, wenn…?” und versuchen, unsere Ideen zu formulieren und mögliche Szenarien durchzuspielen.

Was wäre also, wenn:
  • Kassieren automatisiert wird?
  • Läden ohne Kasse standardisiert werden?
  • Roboter den Ladenalltag übernehmen?

Und was können wir vielleicht heute schon voraussagen?

Vom Kunden zum Kassierer

Eine realitätsnahe Überlegung ist das automatisierte Kassieren, welches in einiges Stores (als ergänzende oder ausschließliche Variante) zum Einsatz kommt. Den Kunden wird die Möglichkeit geboten, Ware selbst einzuscannen und zu bezahlen. Die Folge ist, dass sich der Personalaufwand erheblich reduziert. Das vorhandene Personal kann sich verstärkt auf die Kundenbetreuung konzentrieren. Außerdem bleibt mehr Zeit, um Ware einzuräumen. Darüber hinaus wird eine Menge Platz eingespart und der Ablauf beim Kassieren beschleunigt – anstelle von zwei raumeinnehmenden Arbeitsplätzen mit Bedienkassen können sechs platzsparende Selbstbedienerkassen aufgestellt werden.

Auch wenn die Vorteile zunächst sehr verlockend aussehen, lässt diese Art der Kassenlösung einige Nachteile erkennen. Im Falle von Defekten muss fachkundiges Personal anwesend sein, um Systemausfälle zu beheben und den Kunden zu unterstützen. Hinzu kommt, dass ein erhöhtes Diebstahlrisiko besteht, weshalb zusätzliches Sicherheitspersonal notwendig wäre. Die selbstkassierenden Kunden sind bei weitem nicht so gut geschult wie ausgebildetes Personal, weshalb das Kassieren zunächst länger dauern würde oder, gerade bei älteren Kunden, keine realistische Lösung darstellen würde

Alles in allem ist das automatisierte Kassieren in dieser Form ein guter Schritt in die richtige Richtung – jedoch mit Luft nach oben. Von den ca. 3000 automatisierten Kassen in Deutschland wird aktuell ungefähr die Hälfte in den großen Supermarkketten eingesetzt.

“Rein, Einpacken, Raus” – Fertig ist der Einkauf ohne Kasse

Funktioniert im Prinzip ähnlich wie das automatisierte Kassieren, ist aber doch anders und geht noch einen Schritt weiter. Kassenlose Läden kennen wir schon seit vielen Jahren in Form von Onlineshops und zuletzt auch im Lebensmittelhandel, die verstärkt mit Lieferdiensten punkten.

Auch wenn in der aktuellen Pandemielage der Onlinehandel boomt und so viel genutzt wird wie noch nie, möchten dennoch viele Verbraucher die Artikel vor dem Kauf lieber in den eigenen Händen halten. Das ständige Bestellen und Zurückschicken werden als lästig empfunden. Gerade für diese Zielgruppe kommen kassenlose Stores wie gerufen.

Innerhalb von Deutschland haben einige große Elektronikmärkte bereits mehrere Monate den kassenlosen Laden getestet - mit überwiegend positiver Kundenresonanz. Ganz im Gegensatz zu internationalen Experimenten in Österreich, China und den USA. Aufgrund technischer Fehler und langsamer Nutzer kam es hier teilweise zu langen Wartezeiten beim Betreten der Läden und verursachte viel Frust bei den Verbrauchern.

Trotz technischer Schwierigkeiten wurde der Versuch in China sehr interessant umgesetzt. Kunden wurden automatisch erkannt: an der Eingangstür mussten sie einen QR-Code scannen lassen, den sie zuvor mittels einer App heruntergeladen hatten. Zusätzlich wurden die Gesichter der Kunden mittels Augmented Reality gespeichert. Danach war es möglich, ganz entspannt einzukaufen, Artikel in Taschen oder Körbe zu verstauen und den Laden durch eine sogenannte “Bezahltür” zu verlassen. In diesem Moment wurde der fällige Betrag sofort vom Kundenkonto abgebucht.

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Die Vorteile sind deutlich:
  • Es wird kein Kassenpersonal benötigt
  • Es gibt keine Warteschlangen beim Kassieren
  • Das Einkaufserlebnis ist entspannter
  • Kundendaten können analysiert werden, um Prozesse weiter zu optimieren

Allerdings ist das System, wie auch das automatische Kassieren, sehr anfällig für Systemfehler. Bei Ausfällen steht der gesamte Laden still. Zudem müssten Kunden erst lernen, mit dem neuen Ablauf umzugehen, was wiederum zeitintensiv ist. Bei dem Gedanken, dass Gesichter eingescannt und abgespeichert werden, wird der eine oder andere sicherlich protestieren, insbesondere müssten datenschutzkonforme Lösungen eingesetzt werden.

Roboter Paul sendet seine Grüße

Nicht nur eine Überlegung, sondern bald schon Realität ist Paul. So vermittelt es zumindest der “Job Futuromat 2020”, die kleine, aber sehr informative Webseite vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Quelle: https://job-futuromat.iab.de

Eine Automatisierbarkeit von 100% bedeutet, dass die Tätigkeit komplett von einer Maschine übernommen werden könnte.

Eine Zukunftsversion, die viele Leute teilen und in vielen Bereichen bereits lange im Einsatz ist, sind Roboter. Als Kassierer? Eine amüsante Idee, aber eher unwahrscheinlich, da Roboter im Vergleich zum kassenlosen Laden eher unpraktisch erscheinen. Wozu die große Blechdose hinter den Kassentresen stellen, wenn gar kein Tresen notwendig ist?

Das bedeutet aber nicht, dass es für die kleinen Helfer keine passenden Aufgaben in unserem Ladensystem gäbe. Während zwar das Kassieren automatisch beim Verlassen des Stores erfolgt, müssen Kunden beim Einkauf beraten werden, gerade in Fachgeschäften. Hier kommen Roboter ins Spiel! Ein großer Elektronikmarkt hat dies als Vorreiter bereits testweise eingeführt. So wurden Kunden am Eingang von Roboter Paul empfangen. Dieser war dafür zuständig, Kunden zu begrüßen, Fragen zu beantworten und Auskunft über Artikel zu geben und wo diese zu finden sind. Allein in einem Store konnte der Roboter in 12 Monaten insgesamt 520 Kilometer Wegstrecke zurückgelegen und mit 100.000 Kunden interagieren. Er hat als Kundenattraktion viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen und ist als treuer Arbeitskollege nicht mehr wegzudenken.

Fazit

Egal was passiert oder noch kommen mag – die Point of Sale Lösung wie wir sie kennen, wird sich von Grund auf verändern. Der Zug wurde bereits ins Rollen gebracht und nur wer früh genug aufspringt, wird am Ende die Nase vorn haben – unabhängig davon, in welche Richtung sich der Zug bewegt. Wir von MS POS sind gespannt, die Entwicklung mitzuverfolgen und werden Sie auch zukünftig über aktuelle Trends in Sachen Kassensysteme informieren.

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